Im Stadtteil Nordwest von Torgau wird ein neues Projekt zur Verbesserung des sozialen Zusammenhalts ins Leben gerufen. Mithilfe von 400.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF Plus) kann das Projekt „Quartiersmanagement – WIR NordWest“ realisiert werden. Das Vorhaben steht im Rahmen des Programms „Nachhaltige soziale Stadtentwicklung“ und zielt darauf ab, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen.

Das Quartiersmanagement-Projekt wird von der Outlaw gGmbH getragen, die bereits aktiv in der Region tätig ist. Neben dem Quartiersmanagement sind außerdem zwei weitere Projekte geplant: Ein Schulschwänzer-Projekt, das mit 500.000 Euro gefördert wird, und ein Maßnahmenpaket für die Kita „Biene Maja“ mit Kosten von 200.000 Euro. Alle Vorhaben starten im Jahr 2023 und sollen bis 2027 realisiert werden, wobei eine Fortführung angestrebt wird, sofern die finanziellen Mittel dies zulassen.

Ziele und Maßnahmen des Projekts

Die Hintergründe für das Quartiersmanagement sind eine hohe Langzeitarbeitslosigkeit und eine zunehmende Abhängigkeit von Sozialtransfers in der Bevölkerung. Der Stadtteil ist durch soziale Segregation und Konflikte geprägt. Die zentralen Ziele des Projekts umfassen die Verbesserung des sozialen Zusammenhalts, die Unterstützung der Anwohner sowie die Förderung von Toleranz und Akzeptanz.

Um diese Ziele zu erreichen, sind verschiedene Maßnahmen geplant. Dazu gehören feste Sprechzeiten, aufsuchende Einzelfallberatung, Konfliktmoderation sowie die Organisation von Begegnungsmöglichkeiten und ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe. Das Personal für das Projekt umfasst eine fachlich qualifizierte Kraft und eine Teilzeitkraft. Die Gesamtkosten des Projekts betragen 400.000 Euro, wobei 85% durch den ESF und 15% durch den Projektträger finanziert werden.

Das Quartiersmanagement wird in den Durchführungsorten Stadtteiltreff im Finkenweg sowie an den Standorten der sozialen Träger in Nordwest umgesetzt. Der Stadtteil hat derzeit 2.754 Einwohner, von denen 22% Ausländer und 19% arbeitslos sind. Zum Vergleich: Der Torgauer Durchschnitt liegt bei 5,8% Ausländern und 7,5% Arbeitslosen. Zudem sind 20% der Bevölkerung über 65 Jahre alt, während der Durchschnitt in Torgau bei 25% liegt.

Torgau beantragte insgesamt 18 Millionen Euro aus dem EU-Fördertopf, erhielt jedoch lediglich 2,15 Millionen Euro. Zusätzlich sind für den Stadtteil Nordwest weitere Infrastrukturmaßnahmen geplant, die eine bessere Radweganbindung, mehr Grünflächen sowie die Sanierung und Erweiterung des Stadtteiltreffs umfassen.

Für detaillierte Informationen über das Projekt „Quartiersmanagement – WIR NordWest“ und die unterstützenden Maßnahmen, die von der Stadt Torgau initiiert werden, verweisen wir auf die Berichterstattung der Torgauer Zeitung.