Die Stadtwerke Görlitz haben den Zuschlag für die Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung erhalten. Dies wurde in der letzten Sitzung des Technischen Ausschusses mehrheitlich beschlossen, während die AfD dagegen stimmte. Die Entscheidung ist Teil der Bemühungen der Stadt Görlitz, sich um Fördermittel des Bundes zu bewerben, die bis 2028 für Städte dieser Größe vorgeschrieben sind. Laut Sächsische.de ist dieses Vorhaben besonders wichtig, da Eigentümer durch die geplante Wärmeplanung über umweltfreundliche Heizmethoden informiert werden sollen. Dazu zählen Verfahren wie Fernwärme, Nahwärme und Wärmepumpen.

Ein großer Vorteil für Görlitz ist, dass die Bundesregierung die Kosten zu 100 Prozent übernimmt, was bedeutet, dass die Stadt keinerlei eigene Gelder aufwenden muss. Der Förderantrag wurde rechtzeitig eingereicht, und die Stadt erhielt im August 2025 eine Zusage über bis zu 293.000 Euro. Das Angebot der Stadtwerke liegt dabei sogar unterhalb der zugesagten Fördersumme. Die Stadtwerke haben den Auftrag, die Planung bis zum 31. August 2025 abzuschließen, obwohl eine Fristverlängerung um ein halbes Jahr angestrebt wird.

Herausforderungen der Wärmeplanung

Trotz des Fortschritts gibt es unter den Kommunen Zweifel, ob eine derartige Wärmeplanung überhaupt notwendig ist. Insbesondere die CDU/CSU hat bereits angekündigt, Änderungen am Heizungsgesetz vorzunehmen. In einem ähnlichen Kontext hat die Gemeinde Kodersdorf bereits eine kommunale Wärmeplanung aufgestellt; dieses Verfahren dauerte dort neun Monate, was einen gewissen Indikator für den Zeitrahmen setzen könnte, den auch Görlitz einplanen muss.

Die Stadt Görlitz, die mit etwa 56.694 Einwohnern im Bundesland Sachsen liegt und eine Fläche von 67,52 km² umfasst, ist nicht nur eine wichtige Kreisstadt, sondern auch ein geschichtsträchtiger Ort an der Grenze zu Polen. Gemeinsam mit der polnischen Nachbargemeinde Zgorzelec wurde Görlitz 1998 zur Europastadt erklärt und bewarb sich 2010 um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt, wo sie den zweiten Platz erreichte. Die wirtschaftliche Struktur der Stadt ist vielfältig und umfasst unter anderem den Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Die Stadtwerke Görlitz AG spielen eine zentrale Rolle in der Energieversorgung und betreiben mehrere Fernwärmenetze, die durch Kraft-Wärme-Kopplung realisiert werden, wobei Erdgas der primäre Energieträger für die Fernwärme ist. Diese gesammelten Informationen aus verschiedenen Bereichen bestätigen die strategische Relevanz der Wärmeplanung für die Stadt Görlitz, nicht nur hinsichtlich der ökologischen, sondern auch der wirtschaftlichen Aspekte.