Mit dem Beginn des Monats März hat die Heuschnupfensaison in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen offiziell begonnen. Die aktuelle Pollenbelastung wird als moderat eingeschätzt, wobei Hasel und Erle die Hauptverursacher sind. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Pollenbelastung zur selben Zeit teilweise hoch war, zeigt sich 2025 eine dezente Abweichung, bedingt durch die kalten Temperaturen in den vergangenen Wochen, die das Wachstum der Pflanzen stagnieren ließen. Die milden Witterungsbedingungen haben hingegen die Pflanzenentwicklung begünstigt, was sich bereits in der flächendeckenden Haselblüte Ende Januar zeigt. In Thüringen und Sachsen-Anhalt setzte die Haselblüte nur wenige Tage früher ein als in Sachsen, wo sie im Durchschnitt etwa zwei Wochen vor dem historischen Normalwert begann.
Die Erlenblüte startete gebietsweise in der ersten Februarhälfte. Wie die Thüringer Landesregierung berichtet, begünstigt sonniges und trockenes Wetter die Pollenfreisetzung und -verbreitung, während wechselhaftes Wetter mit Niederschlägen dazu dient, die Pollenflugaktivität zu minimieren. Ein bedeutender Trend der vergangenen 30 Jahre ist die immer frühere Blütenentwicklung: Ein Vergleich der Zeiträume von 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020 zeigt, dass die Haselblüte mittlerweile um zwei bis drei Wochen nach vorne geschoben wurde. Zukünftig könnte die Blüte bereits im Januar oder Anfang Februar einsetzen.
Steigende Pollenbelastung erwartet
Die ersten warmen Temperaturschwankungen und die damit einhergehende Sonnenstrahlung lösen bei Allergikern oft eine Phase der Beschwerden aus. Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst äußerte sich dazu und prognostizierte, dass die Pollenbelastung mit steigenden Temperaturen ab dem kommenden Wochenende zunehmen wird. Er stellte fest, die Saison 2025 beginne gemäßigter als in den Vorjahren, was den zunächst kühlen Temperaturen geschuldet sei. Der Verlauf der Pollensaison ist jedoch stark wetterabhängig und daher schwer vorherzusagen.
Für die Birke wird eine geringere Pollenaktivität im Vergleich zur intensiven Saison im Vorjahr erwartet. Allergiker sind dabei aufgerufen, sich regelmäßig über die aktuelle Pollenbelastung zu informieren, etwa über den Pollenflugkalender des Deutschen Wetterdienstes oder die Informationen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Der Klimawandel hat zur Folge, dass die Pollensaison fast ganzjährig wird, während nach klassischen Definitionen Heuschnupfen hauptsächlich im Frühling und Sommer auftritt. Diese Verschiebung führt zu einer kürzeren pollenfreien Winterzeit.
Risikofaktoren für Allergien
Allergien, einschließlich Heuschnupfen und Asthma, können durch eine Vielzahl von Risikofaktoren beeinflusst werden. Genetische Veranlagungen stellen einen bedeutenden Faktor dar: Schätzungen zufolge sind 70 bis 80 Prozent der Fälle von allergischer Rhinitis erblich bedingt. Zusätzlich spielen epigenetische Faktoren eine Rolle, wobei Veränderungen in der Genexpression, beispielsweise durch DNA-Methylierung, Allergien begünstigen können. Allerdings ist die Forschung zu diesen Zusammenhängen noch nicht abgeschlossen.
Ein weiterer Aspekt ist die Luftverschmutzung, die Allergien verstärkt. Schmutzpartikel wie Stickoxide und Ozon können das Nasenepithel schädigen und die Immunantwort verändern. Zudem wird die Wirkung der Pollen durch Luftverschmutzung verstärkt, da diese mehr Allergene freisetzen. Des Weiteren haben neuere Pflanzenarten wie Ambrosia, die durch den Klimawandel in Deutschland heimisch werden, die Pollenbelastung erhöht.
Allergiker leiden zunehmend unter stärkeren und länger andauernden Symptomen, was eine Herausforderung für die betroffenen Personen darstellt. Heuschnupfen äußert sich typischerweise in Niesen, Juckreiz, sowie roten und verquollenen Augen und kann auch Atemnot verursachen. Es ist ratsam, präventiv Maßnahmen zu ergreifen und sich über die Belastungssituation ständig zu informieren, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.