Heute, am 5. März 2026, findet in Berlin die großangelegte Übung „Medic Quadriga 2026“ statt, die von der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit zivilen Gesundheitsakteuren organisiert wird. Diese Übung hat das Ziel, die Rettungskette sowie die Versorgung verwundeter Soldaten im Falle eines NATO-Bündnisfalls zu testen. Das Szenario sieht einen Angriff Russlands auf das Baltikum vor, wobei der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) als zentraler Hub für die Patientensteuerung fungieren soll. Verwundete Soldaten aus Litauen sollen nach Deutschland geflogen und dort weiter versorgt werden.

Die Übung läuft seit gestern und dauert bis Samstag. Mehr als 1.000 Soldaten sowie 250 Verwundetendarsteller sind daran beteiligt. Darüber hinaus nehmen rund 250 zivile Einsatzkräfte und vier Berliner Krankenhäuser, darunter die Charité, das Unfallkrankenhaus Berlin, das Vivantes Klinikum Neukölln und das Bundeswehrkrankenhaus, an dieser umfassenden Notfallübung teil. Auch mehrere Brandenburger Krankenhäuser in Potsdam, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Bad Saarow, Königs Wusterhausen, Cottbus und Lübben sind in die Übung eingebunden.

Koordination und Krisenmanagement

Die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung spielt eine zentrale Rolle bei der Übung. Sie übt die Einberufung des Krisenstabes zur Koordination der strategischen Patientenverlegung. Dabei liegt der Fokus auf der Vorbereitung und Koordination der Patientenverlegung, um den Regelbetrieb der Krankenhäuser nicht zu beeinträchtigen. Die Übung hat keinen Einfluss auf die notfallmedizinische stationäre Regelversorgung in Berlin, was die Beteiligten erheblich entlastet.

Die Aufgaben der Senatsgesundheitsverwaltung umfassen die Kommunikation mit allen Beteiligten sowie die Abbildung eines umfassenden Lagebildes. Zudem wird darauf geachtet, die spezifischen Ressourcen der Berliner Krankenhäuser zu berücksichtigen, um die verschiedenen (Kriegs-)Verletzungsmuster optimal zu behandeln. Berlins Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, hebt die Bedeutung der Teilnahme an „Medic Quadriga 2026“ für die Vorbereitung auf Not- und Krisenlagen hervor.

Politische Reaktionen und Forderungen

Die Übung hat jedoch auch kritische Stimmen hervorgerufen. Die Brandenburgs BSW-Landtagsfraktion kritisiert die Beteiligung der Brandenburger Krankenhäuser und fordert einen stärkeren Fokus auf zivilen Schutz anstelle von militärischen Szenarien. Es wird gefordert, dass die Bundeswehrkrankenhäuser ausgebaut und Feldlazarette eingerichtet werden sollten, um eine umfassende medizinische Versorgung in Krisensituationen sicherzustellen.

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Berlin hat bereits seit 2025 als erstes Bundesland einen Rahmenplan zur zivilen Verteidigung in Krankenhäusern vorgelegt. Dieser Plan soll die zuverlässige Sicherstellung der stationären und notfallmedizinischen Versorgung auch in Krisen gewährleisten. Hierzu gehören Maßnahmen wie der Schutz vor IT-Ausfällen und Cyberangriffen, die Sicherung der Energie- und Notstromversorgung sowie die strukturierten Patientensteuerung und strategische Verlegung.

NATO und internationale Zusammenarbeit

Die Übung „Medic Quadriga 2026“ ist Teil der breiteren Anstrengungen, die NATO-Reaktionsfähigkeit auf Bedrohungen zu stärken. NATO-Verbündete verfolgen ein gemeinsames Interesse an Stabilität und Konfliktbewältigung, was auch die Durchführung solcher Übungen einschließt. Diese Übungen sind wichtig, um die Fähigkeiten der Alliierten auszubauen und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zu festigen. Der Einsatz von NATO-Kräften, wie etwa im Kosovo oder im Rahmen der Operation Sea Guardian, zeigt die Relevanz solcher Übungen für die Sicherheit in Europa und darüber hinaus.

Insgesamt verdeutlicht „Medic Quadriga 2026“ die Herausforderungen und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren, um im Ernstfall effektiv reagieren zu können. Informationen und weitere Details zur Übung finden Sie in der Originalquelle und der Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlins.