Im Landkreis Harz ist die Agentur für Arbeit alarmiert. Anja Huth und Jean Lehmann haben die Leitung übernommen und sehen einer Herausforderung entgegen, die den Arbeitsmarkt in der Region betrifft. Laut jüngsten Zahlen ist die Zahl der Erwerbstätigen von Anfang 2023 bis Ende 2024 um 1.257 gesunken, was auf tiefgreifende strukturelle Probleme hindeutet, die durch den demografischen Wandel und ein negatives Pendler-Saldo von 11.754 Arbeitnehmern verstärkt werden. Die beiden Führungskräfte befürchten, dass noch gravierendere Konsequenzen folgen könnten, sollte kein Umdenken erfolgen.

Ein Blick auf die Pendlerzahlen zeigt, dass 21.967 Beschäftigte außerhalb des Landkreises arbeiten, während lediglich 10.213 in den Landkreis pendeln. Zudem haben 570 junge Menschen Ausbildungsplätze außerhalb der Kreisgrenzen gefunden, was die Gefahr birgt, dass sie ihren Lebensmittelpunkt verlegen und der Region langfristig verloren gehen. Die Agentur plant daher, sich verstärkt um die Ausbildung zu kümmern. Im August soll ein neues Projekt zur Integration von Schulverweigerern in den Ausbildungsmarkt starten, um die hohe Abbrecherquote von 30 Prozent bei Berufseinsteigern zu senken.

Demografische Herausforderungen

Die besorgniserregenden Prognosen stimmen ebenfalls nachdenklich: Bis 2040 wird die Bevölkerung im Landkreis voraussichtlich um 12,3 Prozent und die Anzahl der Beschäftigten um 19,7 Prozent zurückgehen. Der Landkreis Harz liegt damit unter dem Durchschnitt für Sachsen-Anhalt. Anja Huth unterstreicht die Bedeutung der Zuwanderung für die Stabilität des Arbeitsmarktes und ermutigt Unternehmen, die Hilfe der Agentur zur Gewinnung von ausländischen Arbeitnehmern in Anspruch zu nehmen. Dies wird als eine der wenigen Möglichkeiten angesehen, die drohenden Engpässe abzumildern.

Die Einflüsse des demografischen Wandels sind jedoch nicht die einzigen Faktoren, die den Arbeitsmarkt gestalten. Laut Bertelsmann Stiftung wird die Digitalisierung die Berufs- und Branchenstrukturen grundlegend verändern. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Bildungs- und Qualifikationsstruktur des Arbeitskräfteangebots zu prüfen. Die Erwerbsbeteiligung von Zuwanderern variiert nicht nur nach Herkunftsland, sondern auch nach Geschlecht und Migrationsgrund.

Strategien zur Fachkräftesicherung

Im Hinblick auf die evolutionären Veränderungen des Arbeitsmarktes müssen Unternehmen zunehmend flexibel reagieren, um möglichen Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken. Das Qualifikationsniveau der verbleibenden Erwerbsbevölkerung wird sich mit dem Renteneintritt der Baby-Boomer ebenfalls verändern. Hierbei stellt die Forschung die Herausforderung dar, die Heterogenitäten in den Vorausberechnungen zu berücksichtigen und unterschiedliche Szenarien in die Berechnungen einzubeziehen. Anja Huth und Jean Lehmann sind sich dieser Komplexitäten bewusst und stehen vor der Aufgabe, Lösungen zu finden, die den speziellen Anforderungen der Region gerecht werden.

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Insgesamt sind die Herausforderungen groß, jedoch haben Anja Huth und Jean Lehmann klare Visionen, um die Lage im Landkreis Harz proaktiv anzugehen. Ihre Strategien, verstärkt in die Ausbildung zu investieren und die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu fördern, sind Schritte in die richtige Richtung.