Am 22. April 2026 wird in Berlin ein neuer parteiübergreifender Parlamentskreis mit dem Namen „Prävention“ gegründet. Emmi Zeulner, die CSU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, ist die treibende Kraft hinter dieser Initiative. Ziel ist es, Prävention als Querschnittsaufgabe in der Politik, Arbeitswelt und Gesundheitsversorgung zu stärken. In Zeiten, in denen demografischer Wandel, Fachkräftemangel und steigende psychische Erkrankungen die Sozialversicherungssysteme belasten, ist dieser Schritt besonders wichtig.
Der Parlamentskreis wird sich auf konventionelle Gesundheitsförderung, betriebliches Gesundheitsmanagement sowie die Rolle von Betriebsärzten und Gesundheitsämtern konzentrieren. Experten warnen jedoch davor, Prävention lediglich auf Einzelmaßnahmen wie Ernährungs- oder Bewegungskampagnen zu beschränken. Vielmehr fordern sie eine breitere Anwendung in Schulen, Kommunen und Unternehmen. Verbände wie die Deutsche Allianz nichtübertragbare Krankheiten (DANK) plädieren dafür, 2026 zum „Jahr der Prävention“ zu erklären.
Der Fokus auf Prävention
Zeulner hebt die Notwendigkeit hervor, Prävention in den politischen Fokus zu rücken und die Rolle von Betriebsärzten zu stärken. Ein weiterer Aspekt, der in der Debatte zur Sprache kommt, ist die Umgestaltung von Gesundheitsämtern. Diese sollen von einem Infektiologie-Schwerpunkt zu einem Dienst für Public Health und kommunale Gesundheitsförderung umgestaltet werden. Dr. Ute Wiedemann von der DAK-Gesundheit fordert zudem die Einrichtung einer Enquete-Kommission „Prävention“, um evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Die geplanten Aktivitäten des Parlamentskreises umfassen öffentliche Anhörungen, gemeinsame Positionen zu Gesetzesvorhaben und Kooperationen mit Verbänden sowie Forschungseinrichtungen. In diesem Kontext stehen auch Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und mögliche Einsparpotenziale von bis zu 19 Milliarden Euro zur Diskussion. Der parlamentarische Kreis wird als informeller Arbeitskreis organisiert, der über mehrere Jahre an dem Thema arbeitet.
Gesundheitsforschung im Fokus
Die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, betreffen nicht nur die Politik, sondern auch die Gesundheitsforschung. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschung in Prävention und Versorgung zu stärken, um möglichst vielen Menschen ein gesundes Altern zu ermöglichen. Hierbei wird Public Health-Forschung gefördert, die sowohl die gesamte Bevölkerung als auch spezifische Bevölkerungsgruppen anspricht.
Ein zentraler Aspekt der Präventionsforschung ist die Untersuchung, wie chronische Erkrankungen verhindert werden können. Diese Forschung analysiert gesundheitsfördernde Maßnahmen und deren Integration in den Alltag, wie beispielsweise gesunde Verpflegungsangebote in Schulen und die Nichtraucherschutzgesetzgebung. Zudem werden gezielte Präventionsprogramme für belastete werdende Eltern und Langzeitbeobachtungen für Senioren unterstützt. Die Rolle von Smartphones im Gesundheitsverhalten wird ebenfalls untersucht.
Ein Blick in die Zukunft
Mit der steigenden Lebenserwartung, die bis 2070 dazu führen könnte, dass 38,9% der Menschen in Deutschland älter als 55 Jahre sind, wird Prävention zu einem immer wichtigeren Thema. Die Versorgungsforschung, die den medizinischen Alltag, die Organisation und Finanzierung analysiert, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Das BMFTR unterstützt diese Forschung sowie Altersmedizin und Pflegeforschung, um die Forschungskapazitäten an Hochschulen zu erweitern und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.
Insgesamt zeigt sich, dass die Initiativen zur Stärkung der Prävention in Deutschland nicht nur politisch, sondern auch wissenschaftlich gut untermauert sind. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie effektiv diese Maßnahmen umgesetzt werden und ob sie tatsächlich zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Lage in der Bevölkerung führen können. Es bleibt spannend, wie der neue Parlamentskreis „Prävention“ diese Herausforderungen angehen wird und ob er die erhofften Impulse setzen kann. Für weitere Informationen zum Thema Prävention und Gesundheit können Interessierte auf die Website des BMFTR zugreifen.