Am 29. Januar 2025 begannen in Berlin die Vorbereitungen für einen mit Spannung erwarteten „Wirtschaftsgipfel“. Die Veranstaltung, die im Umfeld des alten Springer-Hochhauses stattfand, lockte zahlreiche Dax-Vorstände und Spitzenkandidaten aller Bundestagsparteien, mit Ausnahme der Linken. Unter den erwarteten Teilnehmern war auch Elon Musk, der sich via Remote zuschalten wollte. Die Sicherheitsvorkehrungen waren massiv, da das gesamte Areal durch die Polizei abgesperrt wurde und Aktivisten versuchten, den Zugang zum Haupteingang und zur Tiefgarage zu blockieren.

Aktivisten konnten zunächst nur eine kleine Kundgebung in der Nähe abhalten, da die Polizei eine Kette bildete, um ein Vordringen zu verhindern. Am Vorabend des Gipfels demonstrierten etwa 800 Menschen lautstark gegen das Treffen. Diese Demonstration erstreckte sich vom Roten Rathaus bis zum Axel-Springer-Gebäude. Während der Protestaktion hängte eine Gruppe ein großes Transparent mit der Aufschrift „Nie wieder Faschismus“ an einem Gebäude in der Axel-Springer-Straße auf.

Proteste und Auseinandersetzungen

Die Demonstranten wurden mit Slogans wie „Wehrt euch, leistet Widerstand, gegen den Faschismus hier im Land“ aktiv. An der Fassade des Springer-Gebäudes wurden Sprüche projiziert, darunter „(B)eat the rich“ und „Elon Musk, what the fuck, no one needs your cybertruck“. Manuela Hoyer von der Bürgerinitiative Grünheide war eine der Rednerinnen und kritisierte die Auswirkungen der Teslafabrik sowie die Macht reicher Männer über die Erde.

In den letzten Stunden der Veranstaltung kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten räumten eine symbolische Blockade, die von etwa zwei Dutzend Demonstranten errichtet worden war. Nach einer Festnahme zogen einige Demonstranten den Polizisten nach, was zu hektischen Reaktionen führte. Eine kurze Sitzblockade wurde gebildet, bevor sie selbst aufgelöst wurde.

Die Veranstalter berichteten von insgesamt vier Ingewahrsamnahmen und bezeichneten den Protest als erfolgreich. Die Dynamik innerhalb der linken und antifaschistischen Szene, insbesondere durch die Widersetzen-Proteste gegen die AfD und die Initiative Studis gegen Rechts, wurde von vielen als bemerkenswert hervorgehoben. Trotz der massiven Polizeipräsenz und der Bemühungen, den Protest zu neutralisieren, zeigte die Veranstaltung, dass der Widerstand in Berlin lebendig war.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Neues Datenprojekt zu Protestdynamiken

protestdata.eu erreichbar ist, enthält Informationen zu Protestkampagnen und -aktionen von 1950 bis 2020 und wird ab dem 7. März 2025 frei zugänglich sein.

Das Gemeinschaftsprojekt des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) und des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) wird vor allem zur zeitlichen und thematischen Entwicklung von lokalem Protest beitragen. Die Idee zur Visualisierung der gesammelten Daten entstand in einer Arbeitsgruppe des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung.