Am 15. Februar 2025 haben Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatzsch, und der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst die Agrargenossenschaft Lommatzsch besucht. Der KUHSTALL dieser bedeutenden Agrargenossenschaft bleibt aufgrund eines aktuellen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) geschlossen. Die MKS ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die sich vor allem bei Rindern und Schweinen verbreitet. Letzter MKS-Ausbruch in Deutschland war 1988, bis nun ein Schadensfall in Brandenburg aufgetreten ist, wo Wasserbüffel betroffen sind.
Die Agrargenossenschaft bewirtschaftet rund 2.300 Hektar ertragreiches Land. Hier werden wichtige Feldfrüchte wie Weizen, Raps, Erbsen und Zuckerrüben angebaut. Zudem hält der Betrieb etwa 1.000 Rinder in modernen Ställen, die mit Massagebürsten und Gummimatten ausgestattet sind. Torsten Herbst belegt den ersten Platz auf der Landesliste der sächsischen FDP, während Anita Maaß den fünften Platz belegt. Der Betrieb zählt 62 Angestellte, darunter Wolfgang Grübler, der im Vorstand tätig ist und über 70 Jahre alt ist.
Bürokratie und Herausforderungen für Landwirte
Wolfgang Grübler äußerte während des Besuchs erhebliche Bedenken hinsichtlich der überbordenden Bürokratie, die die Landwirte zunehmend belastet. Dies betrifft insbesondere den Antrag auf grüne Kennzeichen für landwirtschaftliche Fahrzeuge, der mit einem hohen Maß an Papierkram verbunden war. Auch die Zollbehörden hätten ähnliche Anforderungen gestellt, die als unnötig kritisiert wurden. In diesem Zusammenhang spricht Torsten Herbst sich dafür aus, dass der Staat Daten nur einmal abfragen sollte, um die bürokratischen Hürden zu senken.
Die strengen gesetzlichen Regelungen zur Düngung sowie die oft ideologisch motivierten Vorschriften und Grenzwerte werden ebenfalls als große Hemmnisse für die Landwirte angesehen. Gero Clemens Hocker, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, fordert mehr Vertrauen in die Landwirte, um deren Arbeit nachhaltig zu unterstützen.
Folgen der Maul- und Klauenseuche
Die MKS hat bereits in Brandenburg zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden geführt, der sich in Milliardenhöhe belaufen könnte. Angesichts der Ansteckungsgefahr müssen zusätzliche Tiere vorsorglich getötet werden, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Dies geschieht in einem sogenannten Kontaktbestand, wo bereits betroffene Tiere beobachtet werden konnten. Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) betont die Notwendigkeit solcher Maßnahmen.
Die Bundesregierung hat bereits erste Schritte unternommen, um Impfstoffe bereitzustellen; eine MKS-Antigenbank ist vorhanden, die bis zu 750.000 Impfdosen produzieren könnte. Experten schließen jedoch aus, dass ein absichtliches Einbringen des Virus verantwortlich ist. Die Ursprünge des Virus sind vermutlich im vorderasiatischen Raum zu finden, was zur Diskussion über die Handlungsstrategien des Landes Brandenburg führt.
Inmitten dieser Herausforderungen wird auch in Lommatzsch eine gründliche Bodenuntersuchung durchgeführt, um verdichtete Böden zu meliorieren. Der Wert des Bodens und die Herausforderungen, mit denen die Landwirte konfrontiert sind, sind Themen, die sowohl bei dem Besuch der Agrargenossenschaft als auch in den politischen Sitzungen behandelt werden. Der anhaltende Austausch zwischen Politik und Landwirtschaft bleibt entscheidend für die Entwicklung dieser Branche in Deutschland.