Heute ist der 20.02.2026. Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Anzeichen einer Erholung, die sich in der steigenden Kapazitätsauslastung widerspiegelt. Aktuelle Zahlen des ifo Instituts aus München belegen, dass die Auslastung der Produktionskapazitäten im Januar bei 83,6 Prozent liegt. Dies markiert den dritten Anstieg in Folge und ist ein positives Signal für die wirtschaftliche Stabilität. Im Vergleich zu vor drei Monaten ist die Auslastung um 0,3 Prozentpunkte gestiegen, was auf eine positive Entwicklung seit Mitte 2025 hinweist.
Timo Wollmershäuser, der ifo-Konjunkturchef, äußert sich optimistisch: „Den konjunkturellen Tiefpunkt hat die deutsche Wirtschaft offenbar hinter sich gelassen und steht am Beginn einer Erholung.“ Trotz des Anstiegs liegt die aktuelle Auslastung jedoch immer noch über zwei Prozentpunkte unter dem langfristigen Durchschnitt von 85,8 Prozent, der seit 1991 gilt.
Branchenspezifische Auslastung
Die Auslastung variiert jedoch stark zwischen verschiedenen Branchen. Während das Bauhauptgewerbe mit einer Auslastung von 66,6 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 69,4 Prozent liegt, nutzen die Dienstleister ihre Kapazitäten zu 89,5 Prozent, was leicht über dem langfristigen Durchschnitt von 88,7 Prozent liegt. Die Industrie hingegen verzeichnet mit 77,5 Prozent eine deutlich geringere Auslastung als üblich, wobei die Textil- und Lederindustrie die niedrigsten Werte aufweist. Im Kontrast dazu glänzt die Autoindustrie mit der höchsten Auslastung.
Ein Blick auf die letzten Quartale zeigt, dass die Auslastung in den letzten drei Quartalen stetig gestiegen ist: von 82,9 Prozent im Q2 2025 über 83,2 Prozent im Q3 2025 und 83,3 Prozent im Q4 2025 bis hin zu den aktuellen 83,6 Prozent im Q1 2026. Dies ist besonders bemerkenswert, da die Auslastung zuvor über fast drei Jahre hinweg kontinuierlich gesunken war, von 88 Prozent im Q3 2022 auf knapp 83 Prozent im Q2 2025.
Wirtschaftliche Perspektiven
Die positive Entwicklung der Wirtschaft wird durch ein moderates Wachstum unterstützt. Im Schlussquartal 2025 wuchs die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent und im Gesamtjahr um 0,2 Prozent. Für 2026 werden staatliche Mehrausgaben in den Bereichen Infrastruktur und Verteidigung zusätzliche Impulse bringen, und es wird insgesamt ein Wachstum von rund einem Prozent erwartet. Diese Perspektiven sind auch vor dem Hintergrund der globalen wirtschaftlichen Entwicklungen zu betrachten, die sich moderat erholen.
Die Prognosen zeigen, dass das Wachstum im Euroraum weiterhin anhält, und der internationale Handel stabilisiert sich nach einer Schwächephase. Im Durchschnitt werden Wachstumsraten von 3,3 Prozent für 2024 und 2025 sowie 3,2 Prozent für 2026 erwartet. Auch wenn die Inflation sinkt, bleibt die Teuerung bei Dienstleistungen hartnäckig. Die Annahmen über die Weltwirtschaft, Wechselkurse und Rohstoffpreise, die in die Prognosen einfließen, sind entscheidend für die künftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft.
Insgesamt zeigt die aktuelle Lage, dass die deutsche Wirtschaft auf einem guten Weg ist, sich zu erholen. Trotz der Herausforderungen gibt es Lichtblicke, die Hoffnung auf eine nachhaltige Stabilität und weiteres Wachstum geben. Weitere Details zu dieser Thematik finden Sie in der vollständigen Analyse des ifo Instituts hier und in der umfassenden Betrachtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hier. Weitere Informationen zur Deutschland-Prognose und den wirtschaftlichen Perspektiven finden Sie in den Berichten der Bundesbank hier.