Die Freie evangelische Gemeinde in Dohna steht vor einer einschneidenden Veränderung: Nach 66 Jahren verkauft sie ihren Gemeindesaal. Das Grundstück wurde bereits 1959 erworben, und der Saal selbst wurde 1960 feierlich eingeweiht. Doch die Entwicklung in der Gemeinde ist rückläufig, und sie hat sich mittlerweile aufgelöst. Der Verkaufsobjekt umfasst neben dem Saal auch einen Wohnhaus, ein Nebengebäude und ein Mehrfamiliengebäude. Ein ansprechender Verkaufspreis von 369.000 Euro wurde festgelegt.
Die Immobilie ist in einem insgesamt guten Zustand. Im Gemeindehaus finden sich Räumlichkeiten, die darauf warten, neu genutzt zu werden. Der Saal hat ein integriertes Taufbecken, und während die Lampen sowie ein Kreuz aus der Einweihungszeit 1960 noch vorhanden sind, wurde das Kreuz vor der Übergabe an den Makler entfernt. Das Nebengebäude beherbergt eine Küche, einen Mehrzweckraum sowie Sanitäranlagen. Interessant ist, dass das Wohnhaus bereits saniert ist und alle vier Wohnungen vermietet sind.
Günstige Lage und zukünftige Nutzung
Einer der Pluspunkte der Immobilie ist ihre Lage: Sie befindet sich in der Nähe von Bahnhof, Markt, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten, Schulen und Gaststätten. Die Makler berichten von bereits mehreren Interessenten, die in den kommenden Wochen für das Objekt gewonnen werden sollen. Die Fläche des Anbaus und des Gemeindesaals könnte nach dem Verkauf möglicherweise in Wohnraum umgewandelt werden, ohne dass eine Entwidmung des Grundstücks erforderlich ist.
Die Gemeinde hat den Saal noch bis vor etwa anderthalb Jahren genutzt. Ein Blick auf die Mitgliederzahlen zeigt, dass 1985 noch 42 Mitglieder zur Gemeinde gehörten, während diese Zahl im Jahr 2010 auf nur noch 14 sank. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es Probleme mit dem Nachwuchs und eine geringe Resonanz auf die Veranstaltungen. Dies verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die Freie evangelische Gemeinde in Dohna in den letzten Jahren stand.
Ein parallel dazu bestehendes Beispiel für eine freikirchliche Gemeinde ist die Baptistengemeinde in Ihren, die zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (K.d.ö.R.) gehört. Diese Gemeinde wurde 1846 gegründet und hat sich im Verlauf der Jahre stark entwickelt. Der modern ausgestattete Gemeindesaal zieht sonntags zwischen 150 und 200 Besucher an und bietet verschiedene Räumlichkeiten für Veranstaltungen an, darunter ein großes Spielzimmer für Kleinkinder und Jugendräume. Das Foyer und der Gottesdienstsaal sind technisch auf dem neuesten Stand und schaffen ein angenehmes Ambiente, das Begegnungen zwischen Mitgliedern und Interessierten fördert. Das Motto lautet: „Gott erleben, Menschen lieben.“ Ein begehbares Taufbecken, das bis zu 5000 Liter Wasser fasst, ist eine weitere Besonderheit dieser Gemeinde.
Der Verkaufsprozess des Dohnaer Gemeindesaals ist Teil eines größeren Trends, bei dem kirchliche Gebäude in Deutschland zum Verkauf angeboten werden. Auf Plattformen wie kirchengrundstuecke.de sind verschiedene kirchliche Objekte gelistet, darunter Kirchengebäude, Wohnbaugrundstücke und Gewerbeflächen. Diese Internetseite unterstützt sowohl Interessenten als auch Anbieter kirchlicher Immobilien und wird von mehreren Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland genutzt.
Der Verkauf des Dohnaer Gemeindesaals markiert somit nicht nur das Ende einer Ära, sondern auch die Herausforderung für ähnliche Einrichtungen, ihre Gegebenheiten neu zu überdenken und anzupassen.