Robert Bily, ein junger Konzertpianist aus Tschechien, gab kürzlich ein aufschlussreiches Interview anlässlich seiner Klavierkonzerte in Halle (Saale). Der heute 27-Jährige wuchs in einer musisch geprägten Familie auf und begann, inspiriert von seinen Angehörigen, bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspielen. Seine Ausbildung erlangte er unter der Anleitung von Margarita Gebhardt und Dirk Fischbeck am Musikzweig der Latina August Hermann Francke in Halle (Saale). Bily berichtet von seinem Werdegang, der ihn unter anderem nach Leipzig und Salzburg führte. Sein Durchbruch kam mithilfe des Händel-Mozart-Jugendstipendiums, das er 2009 und 2011 erhielt, und das für ihn als erster Meisterkurs von großer Bedeutung war, wie dubisthalle.de berichtet.
Das Händel-Mozart-Stipendium, das jährlich von der Stadt Halle vergeben wird, richtet sich an talentierte Musikerinnen und Musiker aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die Stipendiaten haben die Möglichkeit, an den Austrian Master Classes im Schloss Zell an der Pram teilzunehmen. Diese Kurse werden von international renommierten Professoren geleitet und bieten eine kostenfreie Teilnahmemöglichkeit, die mit Reisekostenzuschüssen und Zusatzstipendien für immatrikulierte Musikhochschüler verbunden ist. Der Wert des Stipendiums beträgt über 1.600 Euro, wie haendel-mozart.halle.de feststellt. Die Bewerbungsfrist für das Stipendium 2025 endet am 31. Januar 2025, gefolgt von einem Vergabekonzert am 3. April 2025 im Händelhaus Halle.
Intensive Übungszeit und Lieblingskomponisten
Bily übt zwischen fünf und zehn Stunden täglich, abhängig von der Vorbereitung auf bevorstehende Konzerte. Trotz des intensiven Übens plagt ihn gelegentlich das Lampenfieber. Dennoch genießt er den Austausch mit seinem Publikum während der Aufführungen. Besonders schätzt er die Werke neuerer Komponisten wie Carl Vine sowie romantische Musik, wobei Chopin und Rachmaninow seine Favoriten sind. Seine Leidenschaft hebt er durch einen besonderen Besitz hervor: Ein Petrof-Klavier, das für seine romantischen Klänge bekannt ist. Vor seiner professionellen Ausbildung hat Bily ebenfalls auf einem Keyboard geübt, das ihm sein Vater schenkte, und zeigt damit, dass sein Weg zur Musikausbildung mit Unterstützung seiner Familie begann.
Während der sieben Jahre, in denen Bily am Mozarteum Salzburg studiert, erlebte er eine entspannte Lernatmosphäre, die ihm die Freiheit gibt, sich als Künstler zu entfalten. Er hebt hervor, dass er einen wichtigen Wettbewerb in seiner Karriere gewonnen hat, was seine Reputation als Konzertpianist weiter festigte. Trotz seines Engagements für die Musik hat er keine klassische Ausbildung mit dem Abitur an der Latina absolviert und fokussierte sich voll auf seine klavieristische Laufbahn. Diese Entschlossenheit ist offenbar nicht unbegründet, denn sein Traumberuf war von Anfang an der Konzertpianist. Der Weg, den Bily beschritten hat, spiegelt das Engagement und die Hingabe wider, die für ein solches Ziel erforderlich sind.
Stipendienlandschaft im Überblick
Die Förderung junger Musiker erfolgt nicht nur durch das Händel-Mozart-Stipendium. Andere Stipendien wie das Gerd Bucerius-Stipendium oder das Carl-Heinz Illies-Stipendium bieten ebenfalls Unterstützung für aufstrebende Talente. Diese Stipendien konzentrieren sich auf die Hilfe von jungen klassischen Musiker:innen bis 26 Jahren und jungen Pianist:innen bis 23 Jahren, indem sie ihnen die Teilnahme an internationalen Meisterkursen und Wettbewerben ermöglichen. Die Stipendienlandschaft ist breit gefächert und tiefgehend, was für junge Talente wie Bily von großer Bedeutung ist, um sich in ihrer Karriere weiterzuentwickeln, wie die Informationen auf deutsche-stiftung-musikleben.de verdeutlichen.