Die Zeckensaison hat in Hessen bereits begonnen und stellt sich als ein ganzjähriges Problem dar. Fachleute, darunter die Ärztin Adela Zatecky, berichten von einer alarmierenden Ausbreitung neuer Zeckenarten, die aus wärmeren Regionen stammen, wie der Auwaldzecke und der Schafzecke. Der heimische Gemeine Holzbock bleibt jedoch der Hauptüberträger für die gefährlichen Krankheiten Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der FSME-Fälle in Hessen, die von 10 im Jahr 2024 auf 25 im Jahr 2025 gestiegen sind. Die Krankheit kann auch außerhalb der ausgewiesenen Risikogebiete auftreten, was die Gefahr zusätzlich erhöht. In den aktuellen FSME-Risikogebieten, zu denen unter anderem Offenbach und Darmstadt gehören, tragen zwischen 0,1 und 5 Prozent der Zecken FSME-Viren.
Die steigenden Temperaturen und die milderen Winter, die durch den Klimawandel verursacht werden, begünstigen das Überleben und die Vermehrung von Zecken. Die Aktivitätsphase der Zecken beginnt bereits bei etwa 8 Grad Celsius, was bedeutet, dass zeckenübertragene Krankheiten zunehmend früher im Jahr auftreten. Zatecky erwartet sogar eine Ausweitung der FSME-Risikogebiete in Richtung Norden und Nordosten. Um sich zu schützen, empfiehlt es sich, Insektenschutzmittel zu verwenden, sich in Risikogebieten impfen zu lassen und nach Ausflügen im Freien den Körper auf Zecken abzusuchen und Kleidung bei 60 Grad zu waschen. Das schnelle Entfernen von Zecken kann zudem das Risiko, an Borreliose zu erkranken, erheblich senken.
Klimawandel und seine Auswirkungen auf Infektionskrankheiten
Der Klimawandel hat weitreichende Folgen für die Ausbreitung von Erregern und deren Überträger in Deutschland. Ein aktueller Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hebt hervor, dass steigende Temperaturen das Risiko für Infektionskrankheiten erhöhen. Bakterien und Virus-Überträger wie Zecken und Mücken profitieren von wärmeren Klimabedingungen und vermehren sich entsprechend besser. Dies führt dazu, dass auch tropische Arten, wie die Asiatische Tigermücke, in Deutschland heimisch werden. Diese Mücke kann gefährliche Viren wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus übertragen, was die Notwendigkeit eines verstärkten Monitorings der Stechmückenpopulationen zur Folge hat.
Zusätzlich zu den Zecken gibt es zahlreiche andere Forschungsprojekte, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten befassen. So untersucht das Projekt EuBatVir in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Forchheim den Einfluss des Klimawandels auf die Migration von Fledermausspezies und deren Viren in Europa. Diese Forschung ist entscheidend, um das Migrationsverhalten von Fledermäusen zu verstehen und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken besser einschätzen zu können. Auch die Überwachung von Nagetieren, die als Überträger humanpathogener Pockenviren fungieren können, wird zunehmend wichtiger.
Vorbereitung auf die Herausforderungen der Zukunft
Die Gesundheitsversorgung muss sich auf die Zunahme von Infektionsfällen vorbereiten, die durch den Klimawandel begünstigt werden. Der Bericht des RKI betont, dass zwei Drittel der in Europa vorkommenden Erreger als klimasensibel gelten. Hitzewellen und Überflutungen fördern die Entwicklung von klimasensiblen Erregern, während die Zahl der Hitzewellen in Deutschland von derzeit zwei bis drei pro Jahr auf möglicherweise vier bis sechs bis Ende des Jahrhunderts ansteigen könnte. Diese Veränderungen stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Klimawandel nicht nur die Umwelt beeinflusst, sondern auch gravierende Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir uns sowohl über die Gefahren von Zecken und anderen Überträgern informieren als auch präventive Maßnahmen ergreifen, um uns und unsere Gemeinschaften zu schützen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel auf come-on.de, dem Robert Koch-Institut sowie auf tagesschau.de.