Am 23. Februar 2025 hat Lubina Kühne offiziell die Leitung des Lessing-Gymnasiums in Hoyerswerda übernommen. Sie trat damit die Nachfolge von Katharina Michelfeit an, die die Schule 18 Jahre lang geleitet hat. Kühne ist bereits langjährig am Lessing-Gymnasium tätig und kennt sowohl die Kollegen als auch die Schüler gut, was ihrer neuen Rolle zugutekommt. Ihr Arbeitsweg aus Wormlage bleibt dabei unverändert, da sie bereits vor ihrer Ernennung regelmäßig nach Hoyerswerda pendelte.

In ihrer neuen Position sieht sie den Wechsel als eine positive Herausforderung. Die Entscheidung, sich für die Schulleiterposition zu bewerben, kam auf Wunsch des Kollegiums. Kühne betont die Wichtigkeit der Gemeinschaft und der Musik an der Schule. Ihre enge Verbundenheit zur Schule zeigt sich auch in ihrer Ausbildung und bisherigen Berufslaufbahn. So legte sie ihr Abitur an der Sorbischen EOS in Bautzen ab und schloss ihr Studium an der Technischen Universität Dresden ab.

Schulhistorie und sorbische Bildung

Das Lessing-Gymnasium hat seine Wurzeln im 1921 gegründeten Reform-Realgymnasium. 1992 wurde dort der Sorbisch-Unterricht eingeführt, was es Fünftklässlern aus der mittleren Lausitz erleichtert, die sorbische Sprache zu erlernen, ohne dafür eine weite Strecke zum Sorbischen Gymnasium Bautzen auf sich nehmen zu müssen. Die Schulgeschichte steht somit im Zeichen der Förderung der sorbischen Sprache, die in der Region eine zentrale Bedeutung hat. Lubina Kühne hat in diesem Kontext drei Schüler auf das Studium für Sorbisch als Lehramt vorbereitet, weitere folgen.

Historisch betrachtet hat der sorbischsprachige Unterricht in der Lausitz eine bewegte Geschichte, die stark von politischen Veränderungen geprägt wurde. Diese reichten von der Einführung des ersten geregelten sorbischen Unterrichts im Kurfürstentum Sachsen bis hin zu Verboten während des Nationalsozialismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sorbische Schulen neu eingerichtet und es entstand das Ziel, die Lausitz zweisprachig zu gestalten. Das Sorbische Schulwesen heute beinhaltet sowohl Schulen mit Unterricht in Sorbisch als auch Angebote für Deutsch als Fremdsprache, was den bilingualen Ansatz fördert.

Neue Herausforderungen

In ihrer neuen Rolle steht Kühne vor der Herausforderung, sich in die Schulverwaltung einzuarbeiten, da ihre Vorgängerin zum Halbjahr aufhörte. Sie schätzt das Engagement des professionellen Pädagogenteams sowie das Sekretariat. Während ihrer Tätigkeit am Lessing-Gymnasium war sie zuletzt Lehrbeauftragte in der Ausbildung von Geografie-Referendaren und hat aktiv zur Weiterentwicklung der Schulausbildung beigetragen.

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Abgesehen von ihrer pädagogischen Laufbahn ist Kühne auch in ihrer Heimatgemeinde Wormlage aktiv. Hier engagiert sie sich ehrenamtlich als Ortsvorsteherin und vertritt ihr Dorf in der Stadtverordnetenversammlung. Ihre musikalischen Vorlieben manifestieren sich in der Leitung eines Chores über 19 Jahre und ihrem Bestreben, ein vertieftes musikalisches Profil sowie eine Begabungsförderung an der Schule sicherzustellen.

Das Lessing-Gymnasium spielt nicht nur eine zentrale Rolle in der Bildung der Schüler, sondern auch in der Stärkung und Erhaltung der sorbischen Kultur und Identität. Eine doppelte Verantwortung, die Lubina Kühne mit Herz und Engagement annehmen möchte, wie sie in Interviews betont hat. Ihre Vision für die Schule ist klar: eine Gemeinschaft zu fördern, die sowohl akademisch als auch kulturell stark ist.