Am 29. Januar 2025 bereiten sich zahlreiche Interessierte auf ein faszinierendes, aber auch potenziell gefährliches Naturphänomen vor: Polarlichter. Diese entstehen durch Plasmawolken von der Sonne, die auf die Erdatmosphäre treffen. Geomagnetische Stürme, verursacht durch koronale Massenauswürfe (CME), sind maßgeblich für ihre Sichtbarkeit verantwortlich. Am kommenden Wochenende besteht die Möglichkeit, dass Polarlichter über Deutschland sichtbar werden, vorausgesetzt die Wetterbedingungen sind günstig. Laut Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, bleibt die Sichtbarkeit jedoch ungewiss.
Für all jene, die die Polarlichter am Himmel bestaunen wollen, gibt es hilfreiche Tipps. Wichtig ist, sich abseits von Siedlungen und künstlichem Licht zu positionieren und den Blick gen Norden zu richten. Außerdem benötigen die Augen 10 bis 15 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ein grüner Schimmer in der Kamera könnte ein Hinweis auf ein Nordlicht sein. Fotografen sollten ihre Kamera auf eine hohe Lichtempfindlichkeit von mindestens 1000 ISO einstellen und die Blitzautomatik deaktivieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Erwarten Sie Polarlichter
Aktuell sind zwei koronale Massenauswürfe unterwegs zur Erde, einer wird am Samstagmorgen, der andere am Samstagabend erwartet. Die NOAA prognostiziert geomagnetische Stürme der Kategorie G3, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, Polarlichter zu sehen. In der Vergangenheit führte eine starke Sonneneruption zu Polarlichtern, die sogar in Bayern sichtbar waren. Spielerisch experimentiert wird derzeit auch mit neuen Technologien: Die European Space Agency (ESA) arbeitet an einer Sonde, die genauere Vorhersagen über Sonnenaktivitäten ermöglichen soll.
Polarlichter stehen jedoch nicht nur für atemberaubende Naturschauspiele. Sie können auch ernsthafte Auswirkungen auf unsere Technologie haben. Satelliten und Navigationssysteme können durch Sonnenstürme gestört werden, und lokal können sogar Stromnetze zusammenbrechen. Die Anfälligkeit für solche Zwischenfälle steigt mit der zunehmenden Abhängigkeit von Satellitentechnologie und komplexen technischen Systemen.
Dokumentation und Diskussion im Planetarium
Zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema lädt das MDR WISSEN am 30. Januar 2025 um 18 Uhr in den Sternsaal des Planetariums in Halle ein. Die Veranstaltung umfasst eine Diskussion mit den Filmemachern Dinah Münchow und Stephan Liskowsky, die eine Dokumentation mit dem Titel „Polarlichter – schön und gefährlich“ erstellt haben. Des Weiteren werden Themen wie die Jagd nach Polarlichtern, deren Gefahren und mögliche Schutzmöglichkeiten erörtert. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Insgesamt zeigt die aktuelle Diskussion um Polarlichter, dass sie nicht nur eine visuelle Pracht sind, sondern auch als Erinnerungen an die Kraft der Natur und die Notwendigkeit der Vorbereitung auf ihre möglichen Auswirkungen dienen.
Für weitere Informationen, siehe die Berichte bei MDR, ZDF und BR.