Hinsichtlich des bevorstehenden Jahreswechsels wird das Thema Feuerwerk in Deutschland zunehmend kontrovers diskutiert. Wie der MDR berichtet, bleibt Feuerwerk weiterhin populär, was sich im Umsatz der pyrotechnischen Industrie widerspiegelt. Im Jahr 2023 wurde ein Umsatz von 180 Millionen Euro erzielt, was eine Steigerung von 50 Prozent im Vergleich zu den Einnahmen vor der Covid-19-Pandemie darstellt. Bemerkenswert ist, dass 90 Prozent des Jahresumsatzes in den letzten drei Werktagen des Jahres durch den Verkauf von Silvesterfeuerwerk erzielt werden.

Die Ursprünge des Feuerwerks gehen auf China zurück, wo eine Legende erzählt, dass Kaiser und Alchemisten nach dem Elixier der Unsterblichkeit suchten, was letztlich zur Entdeckung des Schwarzpulvers durch taoistische Mönche führte. Dieses wurde zuerst für militärische Zwecke und später in Raketen verwendet. Roland Keil, ein Feuerwerkskünstler aus Leipzig, hat seit den 80er Jahren unzählige Feuerwerke präpariert und gezündet. Zudem erinnert sich Juliane Stückrad an lange Warteschlangen für Feuerwerksartikel in Eisenach, während Ethnologinnen und Volkskundler die Freude am Lärmmachen in Bräuchen als Ventil für festliche Höhepunkte interpretieren.

Forderungen nach einem Verbot des privaten Feuerwerks

Gleichzeitig fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein vollständiges Verbot des privaten Silvesterfeuerwerks. Wie Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der DUH, kritisch anmerkt, bringen privates Feuerwerk gravierende Folgen mit sich, darunter Verletzungen, insbesondere bei Kindern, sowie Panik und Verletzungen von Tieren. Zudem führt der Müll in der Natur und die durch Feuerwerk verursachte Luftverschmutzung zu einer Verschärfung von Atemwegserkrankungen.

Ein breites gesellschaftliches Bündnis, bestehend aus 32 Organisationen, darunter die Gewerkschaft der Polizei, die Bundesärztekammer und verschiedene Tierschutzverbände, unterstützt die Forderung nach einem Verbot. Zu den neuesten Mitgliedern des Bündnisses zählen die Deutsche Atemwegsliga, die Deutsche Lungenstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale Brandenburg zeigt, dass 59 Prozent der Bevölkerung ein generelles Verbot von privatem Feuerwerk befürworten.