Heute wird der Prozess um eine Reihe von kriminellen Aktivitäten im Landgericht Chemnitz fortgesetzt. Dies betrifft insbesondere den Diebstahl eines Bartaffenweibchens aus dem Zoo Leipzig und Überfälle auf mehrere Tankstellen. Die Angeklagten in diesem Verfahren sind Yaroslav S. (18), Rustam O. (19) und Ivan C. (20). Tag24 berichtet, dass die Verfahren bis Mitte April 2024 dauern sollen.
Die Hauptvorwürfe gegen die Angeklagten beziehen sich auf Überfälle auf zwei Tankstellen in Frohburg und Freiberg, welche seit März stattfanden. Besonders brisant ist der Vorwurf, dass Yaroslav S. und Rustam O. um Ostern 2024 das Bartaffenweibchen „Ruma“ aus dem Zoo gestohlen und in einer Chemnitzer Garage gefangen gehalten haben. Am jüngsten Prozesstag äußerte sich Ivan C. bereits zu den Vorwürfen, während die anderen beiden Angeklagten plant haben, sich ab dem 3. März 2025 in die Angelegenheit einzulassen.
Überfälle auf Tankstellen in Fulda
Parallel dazu steht in Fulda ein weiteres Verfahren an, bei dem zwei junge Männer, 20 und 21 Jahre alt, wegen vier Tankstellenüberfällen angeklagt sind. Die Fuldaer Zeitung berichtet, dass diese Überfälle im Jahr 2022 stattfanden. Einer der Überfälle geschah in Eiterfeld (Arzell), wobei die letzte Tat an einer AVIA-Tankstelle stattfand. Die beiden Angeklagten wurden einen Tag nach dem Überfall aufgrund von Zeugenhinweisen festgenommen.
Bei der Festnahme wurden Beweismittel, darunter eine silberfarbene Schreckschusspistole, sichergestellt. Die insgesamt erbeuteten Beträge belaufen sich auf rund 4400 Euro. Es ist bekannt, dass sie sich bei den Überfällen aufteilten: einer bedrohte die Mitarbeiter, während der andere im Fluchtfahrzeug wartete. Das Motiv der Taten waren finanzielle Nöte, die durch Autoreparaturen entstanden sind. Beide Angeklagte sind nicht vorbestraft, aber das Verfahren, das insgesamt sieben Verhandlungstage umfasst, wirft Fragen auf, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt.
Herausfordernde Hintergründe der Angeklagten
Der ältere der beiden Angeklagten stammt aus Aleppo in Syrien und hat eine schwierige Fluchtgeschichte hinter sich. Sein jüngerer Komplize stammt aus der Republik Moldau. Beide berichteten von Nervosität und Angst, sowohl vor als auch nach den Überfällen. Eine Angestellte der Tankstelle in Vacha schilderte ihre Schockreaktion während des Überfalls und verdeutlichte die psychologischen Auswirkungen solcher kriminellen Taten auf die Betroffenen.
Der Prozess in Fulda hat noch weiterer Tragweite, da unklar ist, ob das Jugendstrafrecht Anwendung finden wird. Letztlich könnte ein Gutachten der Jugendgerichtshilfe entscheidend dafür sein, welche rechtlichen Konsequenzen die Angeklagten zu erwarten haben.