Am 31. Dezember 2024 ereignete sich ein tragischer Vorfall auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei dem Taleb al-Abdulmohsen fünf Menschen das Leben nahm und 235 weitere teils schwer verletzte. Dies war der tragische Höhepunkt eines langen Verlaufs von Vorfällen, in denen Abdulmohsen als Täter oder Anzeigen-Erstatter bei der Polizei verzeichnet war. Insgesamt gibt es 80 Vorgänge im Zusammenhang mit seiner Person. Besorgniserregend sind auch Hinweise aus dem Ausland, die auf seine Twitter-Drohungen aufmerksam machten. So gab es unter anderem sechs Hinweise von ausländischen Sicherheitsdiensten.

Bereits im Jahr 2013 äußerte Abdulmohsen Drohungen, die an die Ärztekammer gerichtet waren, bei denen er einen Anschlag andeuten wollte, ähnlich den tragischen Ereignissen in Boston. Obwohl es danach zu einer Hausdurchsuchung kam, wurden keine belastenden Materialien gefunden. Im August 2015 kündigte er an, einen weiteren Anschlag zu verüben, gestützt auf philosophische Argumente. Die Reaktionen der Behörden auf diese Vorfälle beunruhigen Experten. Verfassungsexperte Volker Boehme-Neßler zeigte sich fassungslos über das Versagen der Sicherheitskräfte, während Terrorismus-Experte Peter R. Neumann drei Gründe für diese Mängel nannte: eine unzureichende Verknüpfung der Behörden, eine Kultur des Durchreichens und die Tatsache, dass Abdulmohsen nicht in die typischen Gefährderkategorien passte.

Frühere rechtliche Schwierigkeiten

Taleb Jawad Abdulmohsen war nicht nur für die tragischen Ereignisse in Magdeburg bekannt. Bereits 2013 wurde er wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ verurteilt. Zudem hätte er an einem Gerichtstermin am Donnerstag teilnehmen sollen, da er wegen „Missbrauch von Notrufen“ angeklagt war. Im Februar hatte er auf einer Polizeiwache in Berlin den Feuerwehrnotruf angerufen und dabei verwirrt gewirkt.

Abdulmohsen war 2006 regulär nach Deutschland eingereist, um eine Facharztausbildung zu absolvieren. 2016 stellte er einen Asylantrag und gab an, seinen Glauben am Islam abgelegt zu haben. In den folgenden Jahren versuchte er, als islamkritischer Buchautor tätig zu werden, ohne dass es zu einer Veröffentlichung kam. Obwohl es in sozialen Medien Sympathiebekundungen für die AfD gab, stellte die Partei klar, dass Abdulmohsen kein Mitglied war und dass kein Antrag auf Mitgliedschaft vorlag. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bezeichnete ihn als islamfeindlich und betonte, dass er offensichtlich islamophob war.

Zusätzlich kursieren Informationen, dass Abdulmohsen aus Saudi-Arabien geflohen sei, nachdem ihm schwere Verbrechen, darunter Vergewaltigung, vorgeworfen wurden. In Deutschland gab er an, sich als Dissident auszugeben und war neben seiner ärztlichen Tätigkeit angeblich auch im Menschenschmuggel aktiv.