Am 28. Februar 2025 wurde der „Atlas der Amphibien und Reptilien Thüringens“ veröffentlicht, ein bedeutendes Werk, das vom Verein Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen (ART) und dem Umweltlandesamt initiiert wurde. Der Atlas, der rund 500 Seiten umfasst, ist das Ergebnis jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit, die von zahlreichen Autorinnen und Autoren geleistet wurde. Er bietet detaillierte Informationen über die heimischen Arten, deren Besonderheiten und die bestehenden Bedrohungen.
Die offizielle Vorstellung fand im Naturkundemuseum Erfurt statt, wo Umweltminister Tilo Kummer darauf hinwies, dass die Gefährdung von Reptilien in Thüringen ernst genommen werden muss. Der Schutz dieser Tiere ist besonders wichtig, da ihre Lebensräume, insbesondere Trockenstandorte und Feuchtgebiete, in Gefahr sind. Um den kritischen Zustand der Amphibien und Reptilien zu verbessern, setzt das Umweltministerium Fördermittel für den Aufbau von Krötenzäunen ein, die eine der Hauptbedrohungen – den Verkehr – zu mildern versuchen.
Kritische Bedrohungen und Schutzmaßnahmen
In Thüringen wurden zur Unterstützung der Krötenwanderung über 120 Amphibien-Zäune aufgestellt, um diese Tiere während ihrer Wanderschaft zu Laichgebieten zu schützen. Der Vorsitzende des ART, Ulrich Scheidt, berichtete von den ersten Wanderbewegungen der Amphibien, die darauf hinweisen, dass dringend notwendige Schutzmaßnahmen erfolgen. Die Bedrohungen, denen die Amphibien und Reptilien gegenüberstehen, sind vielfältig und reichen von Straßenverkehr über den Klimawandel bis hin zu einem Rückgang des Insektenbestands. Laut den Thüringer Roten Listen sind etwa 70 Prozent der Amphibienarten und rund 80 Prozent der Reptilienarten in Thüringen gefährdet.
Der Atlas gibt auch Einblick in die Artenvielfalt Thüringens, zu der 14 Froschlurch- und 5 Schwanzlurch-Arten gehören. Zu den vorgestellten Arten zählen unter anderem Gelbbauchunke, Schlingnatter und Geburtshelferkröte, deren Verbreitungsgebiete ebenfalls dokumentiert sind. Der Atlas wird in Naturlandschaften, Natura 2000-Stationen und bei Naturschutzbehörden ausgelegt und steht ebenfalls als Download zur Verfügung, um die Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der Stand der Artenschutzbewegung
Die Situation in Deutschland ist besorgniserregend, da über 75 Prozent der Amphibienarten und mehr als 66 Prozent der Reptilienarten in den letzten 20 Jahren Bestandsabnahmen erfahren haben. Diese Informationen stammen aus den neuen Roten Listen, die durch das Bundesamt für Naturschutz und das Rote-Liste-Zentrum erstellt wurden. Der Verlust von Lebensräumen, intensive landwirtschaftliche Nutzung und die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehr sind die Hauptursachen für diese bedrohte Situation.
Die Rote Liste dient als wichtige Grundlage für den Artenschutz und dokumentiert den Zustand der Arten in Deutschland. Sie ist ein wesentlicher Teil der Naturschutzmaßnahmen, die darauf abzielen, das Überleben gefährdeter Arten zu sichern. In Thüringen sind daher sowohl politische als auch ehrenamtliche Initiativen von großer Bedeutung, um den Rückgang der Biodiversität zu stoppen und die heutigen Herausforderungen im Artenschutz zu bewältigen.
Für weitere Informationen besuche die Artikel auf Thüringen.de, Umwelt Thüringen und Rote Liste Zentrum.