VW-Krise: 35.000 Jobs weg – IG Metall sichert Arbeitsplätze bis 2030!
Am 30. Dezember 2024 präsentierte die IG Metall einen bedeutenden Tarifabschluss bei Volkswagen, der kurz vor Weihnachten bekannt gegeben wurde. Dieses Ergebnis erfolgte nach über 70 Stunden intensiver Verhandlungen und spielt eine zentrale Rolle in der aktuellen Umstrukturierung des Unternehmens.
Insgesamt sollen mehr als 35.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, was über 25% der Belegschaft betrifft. Die Löhne werden real um bis zu 18% gesenkt. Der Konzernvorstand kündigte bereits im September an, Beschäftigungssicherungen bis 2029 anzustreben, forderte allerdings auch die Schließung von drei Werken und einen Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen sowie 10% Lohnsenkungen. Laut IG Metall habe der Konzern ursprünglich sogar 55.000 Arbeitsplätze gefordert.
Details zum Tarifabschluss
Die IG Metall und der Betriebsrat lehnten die Werksschließungen und betriebsbedingten Kündigungen ab. Dennoch wird der tatsächliche Arbeitsplatzabbau 35.000 von insgesamt 120.000 Arbeitsplätzen in Deutschland betragen. Trotz der Vereinbarung zur „sozialverträglichen“ Reduzierung der Stellen gibt es Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Zulieferer und Dienstleister. Die technische Kapazität an den deutschen Standorten wird um über 730.000 Fahrzeuge reduziert, was laut VW-Chef Oliver Blume dem Produktionsumfang von zwei bis drei großen Werken entspricht.
Das Werk in Dresden, die „Gläserne Manufaktur“, wird geschlossen, und das Werk in Osnabrück ist stark gefährdet. Am Stammsitz in Wolfsburg sind Tausende Stellen in Verwaltung, Forschung und Entwicklung betroffen. Zudem wird die Produktion des Golf nach Mexiko verlagert, während neue Elektrofahrzeuge in Wolfsburg gefertigt werden sollen.
Die IG Metall hat Lohn- und Gehaltskürzungen vereinbart, die zu einem Einfrieren der Monatslöhne führen. Eine vereinbarte Erhöhung von 5% fließt in einen Fonds für Transformation und nicht direkt an die Beschäftigten. Darüber hinaus wurden Kürzungen des jährlichen Urlaubsgelds und des Jahresbonus akzeptiert, was zu realen Entgeltkürzungen von 6,5% bis 17,3% bis 2029 führt, abhängig von der Inflationsrate.
Ein Mitgliedsbonus wird eingeführt, um Austritte aus der Gewerkschaft zu verhindern. Dieser Bonus soll bis 2030 auf 1.271 Euro ansteigen. Ebenso wird zur Bildung unabhängiger Aktionskomitees für die sozialen Interessen der Belegschaft aufgerufen.
Zusätzlich haben die IG Metall und die Beschäftigten Werksschließungen und den massenhaften Abbau von Arbeitsplätzen abgewendet, wie igmetall.de berichtete. Die neue Jobgarantie schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 aus und besagt, dass Volkswagen im Falle des Auslaufens dieser Regelung 1 Milliarde Euro an die Beschäftigten ausschütten müsste.
Des Weiteren wird ab dem 1.1.2031 eine Erhöhung der Vergütung um 5% erfolgen. Eine Überarbeitung des Entgeltsystems beginnt 2025 mit der Umsetzung zum 1.1.2027. In den nächsten Jahren werden Jubiläumsgratifikationen für 25 und 35 Jahre Betriebszugehörigkeit angepasst, und die Arbeitszeit für Beschäftigte aus dem Haustarif I wird ab dem 1. Juli 2025 auf 35 Stunden pro Woche vereinheitlicht.
