Anwohner in der Albertstadt, insbesondere im Umfeld des Zollhofs, haben mit einer Petition, die 117 Unterschriften umfasst, auf die anhaltenden Probleme in ihrem Wohngebiet aufmerksam gemacht. Sie kritisieren die Eignung des Zollhofs, der sich in einer Sackgasse befindet und für Lkw-Fahrer schwer zugänglich ist. Diese müssen von der Autobahn abfahren, enge Kurven fahren und am Straßenrand parken, ohne dass sanitäre Einrichtungen oder Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe vorhanden sind. Zudem kommt es immer wieder zu Verschmutzungen auf Wiesen durch Lkw-Fahrer, was die Anwohner als untragbar empfinden.
Besonders in den Wintermonaten berichten die Bewohner von unerträglichem Lärm und Umweltbelastungen, die vor allem durch die laufenden Lkw-Motoren nachts verursacht werden. Die Situation wird durch den Ausbau der Stauffenbergallee, der die Verkehrsprobleme weiter verschärft, zusätzlich belastet. Die Anwohner fordern daher eine kurzfristige Verlegung des Zollhofs an einen Standort, der näher an der Autobahn liegt.
Stellungnahme der Stadtverwaltung
Der Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wird eine Stellungnahme zur Petition abgeben, während der Ausschuss für Petitionen und Bürgerbeteiligung das Anliegen beraten wird. Die Stadtverwaltung ist seit vielen Jahren über die Probleme informiert und hat bereits mehrere Standorte für einen neuen Zollhof geprüft. Der bevorzugte Standort befindet sich an der Washingtonstraße, nah der Autobahnanschlussstelle Dresden-Neustadt. Für diesen neuen Zollhof muss allerdings ein Bebauungsplan erstellt werden, der bislang noch nicht beschlossen ist, da der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau im Jahr 2022 einen Aufstellungsbeschluss verworfen hat.
Kritiker befürchten, dass die Probleme lediglich an einen anderen Standort verlagert werden, sollten sie sich für einen Zollhof in Kaditz entscheiden, dessen Grundstück als zu klein bewertet wird. In Kaditz soll ein neues Hauptzollamt entstehen, welches 46 Parkplätze, Toiletten, Waschmöglichkeiten und eine geordnete Müllentsorgung bieten kann. Tagtäglich werden dort durchschnittlich 70 bis 80 Fahrzeuge abgefertigt, in Spitzenzeiten sogar bis zu 120 Sattelschlepper.
Die Verwaltung verweist darauf, dass Lkw-Fahrer auch die Park-&-Ride-Plätze in Kaditz nutzen könnten. Allerdings wurden andere Standorte ebenfalls als ungeeignet bewertet, und eine Entscheidung über den künftigen Standort wurde bereits an den Stadtrat delegiert, der noch keinen Beschluss gefasst hat.
Forderungen zur Lkw-Parkplatzsituation
Veit Böhm, der verkehrspolitische Sprecher, fordert ergänzend, dass am neuen Standort mindestens 100 Lkw-Parkplätze eingeplant werden, um den Bebauungsplan zustimmungsfähig zu machen. Er warnt davor, dass das Problem des Lkw-Verkehrs lediglich von der Stauffenbergallee in andere Stadtteile verschoben wird, was die Gefahr birgt, dass Lkw sich bis in die angrenzenden Wohngebiete zurückstauen.
Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Zollabfertigung in Zukunft zunehmen wird, was auf Verbesserungen in der Abfertigungsqualität und eine Normalisierung des Handels in Richtung Osteuropa zurückzuführen ist. Mario Schmidt, Sprecher für Stadtentwicklung und Bau, kritisiert die städtische Parkplatzstrategie und betont, dass der P+R-Platz in Kaditz nicht für Lkw-Parkplätze geopfert werden sollte, da die Nachfrage nach P+R-Angeboten aufgrund steigender Kraftstoffpreise und Parkgebühren in der Innenstadt steigt.
Angesichts dieser Situation werden auch Probleme durch wild parkende Lkw entlang der Kötzschenbroder Straße, der Washingtonstraße und in den angrenzenden Wohngebieten Übigau und Mickten/Kaditz erwartet.