Zukunftsprojekt ESMC: 10 Milliarden Euro für neue Jobs in Dresden!
Im Dresdner Norden wird mit einer Investition von über zehn Milliarden Euro ein neues Halbleiterwerk unter dem Namen ESMC (European Semiconductor Manufacturing Company) errichtet. Die beteiligten Unternehmen sind Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), Bosch, Infineon und NXP Semiconductors. Die Chips, die ab 2027 gefertigt und ausgeliefert werden sollen, sind hauptsächlich für die Automobilindustrie vorgesehen, wie die Sächsische.de berichtete.
Der Bund hat nun eine vertragliche Vereinbarung zur Förderung des Projektes unterzeichnet, die bis zu fünf Milliarden Euro umfasst. Dies entspricht 50% der geplanten Investitionen. TSMC hält mit einer Investition von 3,5 Milliarden Euro 70% der Anteile, während Bosch, Infineon und NXP jeweils 10% für 500 Millionen Euro erwerben. Die EU-Kommission genehmigte die staatliche Förderung bereits im August. Der Spatenstich für das ESMC-Werk fand ebenfalls im August statt und wurde von Kanzler Olaf Scholz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begleitet. Die Produktion zielt darauf ab, Mikrocontroller für Motorsteuerungen, Infotainment- und Fahrerassistenzsysteme sowie Radarsensoren herzustellen, wie heise.de berichtet.
Einfluss des Kreises Meißen
Im Zuge der Investitionen stellte das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Kreistag eine Anfrage zur Einflussnahme des Landkreises Meißen. Abgeordnete Gunda Thielking wandte sich an Landrat Ralf Hänsel (CDU), um Informationen über den Gestaltungsspielraum zu erhalten. Der Landkreis war bei Investorenkonferenzen in Radebeul und Weinböhla vertreten, wo die Stadt Dresden Pläne zur Analyse von Gewerbe- und Wohnflächen in den Umlandgemeinden präsentierte. Die Analyse soll potenzielle Flächen für neue Wohn- und Gewerbegebäude untersuchen.
Thielking forderte eine frühzeitige Information der Bevölkerung zu den Ansiedlungsplänen und kritisierte die Informationspolitik des Landratsamts, die sie als „Hinterzimmer-Politik“ bezeichnete. Das BSW begrüßt die Ansiedlung und erwartet neue Arbeitsplätze. Landrat Ralf Hänsel wies den Vorwurf der Intransparenz zurück und betonte, dass der Landkreis nur mittelbar betroffen sei.
Insgesamt sollen im ESMC-Werk direkt etwa 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus wird mit bis zu 11.000 weiteren Jobs im Umfeld und im gesamten bundesweiten Halbleiterökosystem gerechnet. Die Produktionskapazitäten des Werks sollen jährlich knapp 500.000 Wafer erreichen, wobei kleine und mittelständische Unternehmen sowie Startups bevorzugten Zugang zu den produzierte Halbleitern erhalten. In Krisensituationen wird ESMC die Aufträge aus der EU und Deutschland priorisieren.
